Jacob's 'Geburt' (S3)
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by Cordi

 

Es ist nun schon 6 Monate her, seit Vincent seinen Sohn zurück in die Tunnel brachte. In dieser Zeit haben sie viel von einander gelernt und Vincent ist mit jedem Tag stolzer auf seinen kleinen Jungen. Andererseits ist es aber auch hart, Jacob ohne Mutter aufwachsen zu sehen.

Catherine ist fort – für immer, aber sie ihm ihren wundervollen Sohn geschenkt. Eigentlich sollte sich Vincent gut fühlen, aber er tut es nicht. Es ist nicht nur die Tatsache, dass er Catherine vermisst, da sind auch immer noch Erinnerung die noch nicht zurückgekommen sind. Vater sagt immer, dass es Zeit braucht und sie zurückkommen, aber auch dass Vincent glücklich sein kann, wenn einige der Erinnerungen nicht mehr zurückkommen. Aber DIESE Erinnerung, diese EINE … sie ist zu wichtig, als dass er nicht alles versuchen muss.

 

ER hat einen Sohn – SIE haben einen Sohn … und das muss irgendwie geschehen sein aber WANN und WO?? Er kann sich an nichts erinnern, so sehr er es auch versucht. Gestern war Vincent wieder an Catherines Grab und wie immer erzählte er ihr von all den Dingen, die ihr Sohn neu gelernt hatte – den Zähnchen, die er bekam und wie schnell er inzwischen durch die Kammern krabbeln kann. "Du wärest so stolz auf ihn, Catherine. Aber da ist diese eine Sache, die mich so traurig macht … ich kann mich immer noch nicht an die Nacht, den Moment erinnern, in der unser Sohn 'geboren' wurde. Ich wünschte ich könnte es, es tut mir so leid Catherine." Tränen liefen sein Gesicht herunter.

Traurig und frustriert ging er zurück in seine Kammer. Jacob lag schlafend in seinem Bettchen. Er sah aus wie ein kleiner Engel und Vincent konnte nicht anders, er musste lächeln. Die Trauer, die Wut vergingen langsam. Vincent ging auch ins Bett.

 

Diese Nacht war anders … keine beunruhigenden Gedanken oder Tränen, Vincent schlief schnell ein. Er begann zu träumen und anders als sonst war es kein Alptraum:

Er sah sich auf Catherines Balkon, wie er sie ganz eng an sich gedrückt hielt, voller Freude und Erleichterung.

Er hatte sie gerade noch rechtzeitig aus dem Kofferraum geholt um ihr Leben zu retten, daran konnte er sich erinnern. Nun war sie sicher – in seinen Armen. Dann sah er sich wieder zurück in den Tunneln:

Vincent saß in seinem Sessel als Geoffrey ihm einen Brief überbrachte. … Er nahm seinen Umhang, die Tasche und verließ seine Kammer. … Er ging tiefer in die Tunnel hinein und …

Ein langer, lauter Schrei unterbrach seinen Traum. Jacob hatte wohl schlecht geträumt. Vincent nahm seinen Sohn mit zu sich ins Bett, sie kuschelten und schliefen beide schnell ein. Als Vincent am anderen Tag mit Jacob in seinen Armen erwachte, fühlte er sich ausgeruht und dankbar. Es war die erste Nacht von vielen in der er einen friedlichen Traum hatte. Ein Traum in dem er Catherine gesehen und gefühlt hatte.

 

Als erstes kümmerte er sich um Jacob und brachte ihn zu den anderen Kindern, die auf ihn aufpassen wollten, dann ging Vincent in seine Kammer zurück. Der BRIEF aus seinem Traum, WAS bedeutete er, WO hatte er ihn aufbewahrt?

Er nahm ein Buch nach dem anderen vom Regal – nichts. Zuletzt nahm er das neue Tagebuch in die Hand, welches Catherine ihm kurz vor ihrem Verschwinden geschenkt hatte. Vincent hatte es schon seit einer ganzen Weile nicht mehr angerührt, die Worte darin schmerzten noch zu sehr. Er blätterte durch das Tagebuch und - da war der Brief! Mit zitternden Händen und Tränen in den Augen las er:

Vincent, mein Geliebter!

Triff mich heute Abend am Wasserfall.

 

Am Wasserfall? – Er konnte sich nicht erinnern, aber er würde es bald wissen! Vincent bat Vater für ein paar Tage auf Jacob aufzupassen, da er etwas Zeit für sich alleine bräuchte. Vater war besorgt, aber Vincent beruhigte ihn: "Was auch immer passiert, was auch immer kommt Vater, es kann nur besser sein als jetzt." Er küsste ihn auf die Wange und ging.

 

Als Vincent den Wasserfall erreichte, war irgendetwas anders. Er schaute sich um, konnte aber nichts Besonderes fühlen. Frustriert setzte er sich und schlief nach einer Weile ein.

Er begann wieder zu träumen:

Er sah sich selbst die Wasserfälle erreichen und er sah Catherine. Sie hatte ein wunderschönes weißes Kleid an. Sie lächelte ihn an und ging tiefer in die Tunnel. Catherine! NEIN! Nicht! Bleib bei mir!

Atemlos wachte er auf, das Gesicht nass von Tränen. Vincent saß lange Zeit weinend auf dem Boden.

 

Als er wieder aufstand fühlte er etwas zwischen seinen Fingern, etwas dass er zuvor nicht bemerkt hatte … ein altes getrocknetes Blütenblatt einer Rose. Wie war das hierher gekommen? Er schaute sich um und fand noch weitere; sie mussten hier vor längerer Zeit hingeworfen worden sein, aber warum?

Es waren ganz viele verstreut, wie ein Weg, der zu etwas hin führte. Langsam folgte er dem Weg der Rosenblätter. Überraschender Weise nahm der Weg dieselbe Richtung die Catherine in seinem Traum gegangen war. Sein Herz klopfte, er konnte kaum gehen.

Je tiefer er in die Tunnel ging, desto farbenfroher und roter erschienen ihm die Blütenblätter, so als würden sie noch leben. Der Rosenblätterpfad endete vor einem schmaleren Eingang. Vorsichtig ging Vincent hinein und sein Herz hörte fast auf zu schlagen: es war kein weiterer Tunnel, es war eine abgeschiedene Kammer mit einer staubigen Decke und Kissen auf dem Boden – die Decke übersät mit hunderten vertrockneter Rosenblütenblätter. Er fiel auf die Knie und weinte.

 

Nun WUSSTE Vincent es … diese abgeschiedene Kammer war IHRE Kammer, der einzige Platz in seiner Welt von dem niemand anderes wusste, ein abgeschiedener Platz an dem sie ganz allein sein konnten und waren.

 

 

Es war nicht mehr wichtig, welche Erinnerungen vielleicht nie mehr zurückkamen; DIESE eine war alles was er brauchte! Vincent legte sich auf die Decke, den Kopf auf die Kissen und … schlief ein. Er begann zu träumen:

… von der Nacht, in der Catherine und er sich das erste Mal geliebt hatten – der Nacht, in der ihr Sohn 'geboren' wurde.

 

Ende

 

Jacob's 'Birth'

by Cordi

 

It’s been 6 months now since Vincent brought his son back to the tunnels. During this time they both have learned much from each other, and with every day, Vincent gets much more proud of his little boy. But on the other hand, it’s hard to watch him grow up without his mother.

Catherine is gone – forever, but she left Vincent their beautiful son; actually this should comfort him, but it doesn’t. It's not only that he misses Catherine in his life . . . there are still memories that haven’t come back even now. Father always says it just takes time and that they will come back, and that there are still those Vincent should be glad are not coming back. But this memory, this one memory . . . it's too important to just let it go.

He has a son – they have a son . . . and it must have happened somehow, but when and where? He can’t remember any of it, no matter how hard he tries. Yesterday Vincent went to Catherine's grave; and as usual, he told her about Jacob and all the new things their son had learned - his growing teeth and how fast he was crawling through the chambers. “You would be so proud of him, Catherine. But there’s still one point I am so sad about . . . even now I cannot remember the night, the moment our son was 'born'. I wish I could, I am so sorry, Catherine,” and tears ran down his face.

Sad and frustrated he went home to his chamber. Jacob was still asleep in his bed. He looked like a little angel, and Vincent could not do anything but smile at his son. The grief, the anger, slowed down; and Vincent went to bed too.

This night was different . . . no struggling thoughts or tears coming again; Vincent fell asleep promptly. He began to dream, different than usual – no nightmare:

He saw himself on Catherine's balcony, holding her tight, and full of joy and relief.

He had pulled her out of the trunk, just in time to save her life, he could remember that, now she was safe – in his arms. Then he was back in the tunnels again:

Vincent sat in his chair as Geoffrey forwarded a letter to him. He took his cloak, a bag, and went off his chamber. He went deeper and deeper into the tunnels and . . . .  

A long and loud cry interrupted his dream. Jacob must have had a bad dream. Vincent took his son with him to bed, where they cuddled and both fell asleep promptly. As Vincent woke up the next day with his son in his arms, he felt rested and grateful – the first night in a row of others in which he simply had a peaceful dream. A dream where he had seen and felt Catherine.

Vincent took care of Jacob first, then handed him over to the others, kids who wanted to take care of him, and went back to his chamber. The letter in his dream, what was it about, where would he have kept it?

He took one book after another from the shelf – nothing. At last he took the new journal Catherine gave him shortly before she disappeared. Vincent had not touched it for a while, the written words still hurt too much. He flipped through the journal and found . . . the letter! With shaking hands and tears in his eyes, he read the words:

Vincent, my love!

Meet me tomorrow night at the Falls.

At the Falls? – He could not remember, but he would find out soon! Vincent asked Father to take care of Jacob for the next few days because he needed to take some time alone. Father was concerned, but Vincent comforted him: "Whatever happens, whatever comes, it can only be better Father. Maybe I'm going to get some more memories back." He kissed him on the check and left.

*****

As Vincent reached the Falls, something felt different. He looked around but couldn't sense anything wrong. Frustrated, he sat down. After a while he fell asleep and dreamed again:

He saw himself reaching the Falls, and he saw Catherine. She wore a beautiful white gown. She smiled at him and went deeper into the tunnels. Catherine! NO! Don't! Stay with me!

He woke up, breathless, his face wet from tears. Vincent sat on the floor for a long while, crying.

As he stood up he felt something between his fingers, something he hadn't noticed before … an old dried rose petal. How did it get here? He looked around and found a few more, they must have been thrown down here a long time ago but why?

There were a lot of them, used like a trail to somewhere. Slowly he followed the trail of rose petals, surprisingly it went the same way Catherine went in his dream. His heart pounded, he could barely walk.

The deeper he went into the tunnels, the brighter the dried rose petals seemed to become, and red coloured, as if they were alive again. The rose petal trail ended in front of a smaller tunnel entrance. Cautiously, Vincent stepped in, and his heart almost stopped beating; it was no longer a tunnel, it was a secluded cavern with a dusty blanket and pillows on the floor – the blanket, bedecked with hundreds of rose petals. He fell down on his knees and began crying.

Now he knew . . . this secluded cavern was their chamber, the only place in his world no one knew of, a secluded place where they could be, and had been, all alone.

Whatever memories he would never get back, it doesn't matter anymore; this one memory is all he needs! Vincent laid down on the blanket, his head on the pillows and fell asleep. He began to dream:

. . . of the night Catherine and he loved for the first time – the night their son was 'born'.

The End

 

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