Ein Verkorkster Tag
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by Cordi

 

Edie hatte noch schnell ihren Anrufbeantworter abgehört, bevor sie zur Arbeit fuhr. Verflixt, fast hätte sie vergessen, dass heute der vierteljährliche Baseballnachmittag mit ihren Collegefreunden war. Sie kramte ihre Sporttasche aus dem Schrank, stopfte ihre neuen Sportsachen hinein und stürmte aus der Tür. Der Fahrstuhl war seit 3 Tagen kaputt, aber sie musste die 5 Stockwerke ja nur nach unten laufen. Edie wollte gerade das Haus verlassen, als sie bemerkte, dass sie den Baseballschläger vergessen hatte. Na klasse! Edie stürmte also wieder nach oben, holte den Schläger, rannte die Treppe erneut runter und sprintete in Richtung U-Bahn.

Auf den 'Kaffee to go' von ihrem Lieblingsitaliener musste sie jetzt wohl verzichten, sie kam eh schon zu spät ins Büro. Hoffentlich hatte Joe nicht wieder so eine Brühe gekocht. Er war ja ein echt netter Chef aber vom Kaffeekochen hatte er absolut keine Ahnung und leider war der erste Kaffee des Tages reine Chefsache.

Der Tag im Büro verlief eigentlich relativ normal. Trotz ein paar kleinerer Computerprobleme schaffte Edie ihr Tagespensum spielend und sie konnte auch für Cathy wieder einige wichtige Informationen 'ausgraben'. Trotzdem war heute irgendwie der Wurm drin, die blöden Sprüche in der U-Bahn hinsichtlich des Baseballschlägers und dann Mr. Ich-habe-keine-Ahnung-von-Kaffeekochen-Joe: "Uuuhuu Edie, heute mal wieder die Grabegabel gegen den Holzknüppel getauscht!" Jedes Mal das gleiche, am liebsten hätte sie ihm den Baseballschläger über die Rübe gehauen.

Der Feierabend war auch nicht viel besser: "Achtung, eine wichtige Durchsage. Läufer Edie verlässt das Büro, umgehen Sie den Central Park großräumig, es besteht akute Beulengefahr!" feixte Joe quer über den Flur. Wenn sie ihm JETZT den Baseballschläger …, er würde sie feuern, oder?! Verdammt! Na, jedenfalls hatte Edie sich im Büro an diesen Spieltagen so dumm mit dem Schläger angestellt, dass niemand das Verlangen hatte, ihre Baseballkünste näher zu betrachten und somit war dies der letzte blöde Spruch für heute. Das dachte sie zumindest und machte sich auf den Weg in Park.

Gutgelaunt begrüßte sie ihre Freunde auf dem Baseballfeld.

Die Begrüßung der Mädels war herzlich und die Jungs benahmen sich wie immer echt dämlich. "Wow, so grell hier!", "Neuer Anzug, Edie? Echt scharf das Teil, hat was von … Leuchtobst."

Edie war kurz davor mit ihrem Baseballschläger einmal zum Rundumschlag auszuholen. Der Trainingsanzug war neu, ja, und orange, ihre Lieblingsfarbe, na und? … 'tief durchatmen und die Blödmänner einfach ignorieren' sagte sie sich.

Die Teams wurden gemischt und das Spiel ging los. Wie war das mit dem Wurm? Es wollte nicht richtig klappen, Edie konnte nicht einmal die einfachsten Bälle schlagen, an einen Homerun war gar nicht erst zu denken. Den anderen erging es zwar auch nicht besser, aber das tröstete Edie wenig. Nach nur einer Stunde gaben alle entnervt auf. So ein verkorkster Tag, Edie wollte einfach nur noch nach Hause, duschen und etwas essen. Den dummen Spruch der Jungs zum Abschied nahm sie gar nicht mehr war.

Als sie am Battery Park aus der U-Bahn stieg und um die Häuserecke bog, konnte sie schon die warme Dusche auf ihrer Haut fühlen, doch dann hielt sie plötzlich abrupt inne. 'Was zur Hölle?' – Vor ihrem Wohnblock standen Polizei und Feuerwehr, die Straße war abgesperrt. Aus einem Loch in der Straße schoss eine Wasserfontäne nach oben. Der Polizeibeamte teilte Edie mit, dass sie zwar in ihre Wohnung gehen könne, aber für die nächsten 1-2 Stunden weder Wasser noch Strom zur Verfügung habe … der Wasserrohrbruch hatte einen Kurzschluss im elektrischen System verursacht. Na prima!

Gott sei Dank hatte das Table Green Café unten im Battery Park geöffnet und bot auch kleine Snacks an. Wie nicht anders zu erwarten, war das Café wegen des schönen Wetters gerammelt voll, aber Edie fand einen Tisch an dem sie sich dazusetzen konnte.

Ok, die warme Dusche fiel aus und Joes Kaffee war die Hölle - da musste jetzt ein schöner großer Latte Macchiato her. Eine kleine Pizza dazu und vorab eine schöne warme Tomatensuppe. Edie lehnte sich gemütlich auf ihrem Stuhl zurück und blickte Richtung Liberty Island. Hier vom Battery Park aus hatte man einen wunderschönen Blick auf die Freiheitsstatue. Eigentlich, aber heute … da war irgendwie der Wurm drin. Es war zwar warm draußen, aber über New Jersey verdunkelte sich der Himmel und das alles zog bedrohlich Richtung Manhattan. 'Au man, hoffentlich verwässert es mir nicht gleich die Suppe' dachte Edie und es dauerte tatsächlich nicht mehr lange und ein dicker fetter Regenguss kam fast ohne Vorwarnung aus den Wolken. Die Besucher des Cafés packten hektisch ihre Sachen zusammen und stürmten nach drinnen.

Edie hingegen berührte das alles nicht mehr, heute ging eh alles schief also genoss sie den prasselnden Regen und die Aussicht auf die Freiheitsstatue, die sich inzwischen beleuchtet so wunderbar friedlich und majestätisch gegen den dunklen Himmel abgrenzte.

Der ganze Tag war eine Katastrophe gewesen, aber dieser Ausblick war immer wieder atemberaubend. Es war eine gute Entscheidung gewesen, das Appartement am Battery Park zu mieten, auch wenn der Weg zur Arbeit jetzt ein wenig weiter war.
Edie bezahlte die Rechnung und ging in ihr Appartement. Inzwischen funktionierten auch Wasser und Strom wieder und so nahm sie endlich die ersehnte warme Dusche. Danach zog sie sich dicke, kuschelige Socken und den Bademantel an und ging nach draußen.

Selbst von ihrem kleinen Balkon aus konnte Edie die Freiheitsstatue schemenhaft durch das Laub der großen Bäume erkennen. Und im Winter hätte man einen wunderbaren Blick durch die verschneiten Bäume und den Park hinüber nach Liberty Island, hatte ihr Vermieter erklärt – darauf freute Edie sich schon ganz besonders.

Sie ging wieder hinein und lümmelte sich noch etwas frustriert vom heutigen Tag auf ihr Sofa. Edie schaltete den Fernseher ein und zappte durch die Kanäle. Kurz darauf musste sie kräftig lachen und verschluckte sich fast an ihrer Pepsi, als sie den Film 'Ghostbusters' auf CBS entdeckte - gerade an der besten Stelle, die es zu diesem Zeitpunkt geben konnte … die Freiheitsstatue lief quer durch New York.

Nun konnte Edie diesen verkorksten Tag doch noch gut gelaunt beenden.

 

Such a Bad Day

 

Edie had quickly intercepted her voicemail before she went to work. Damn! She almost forgot that today was the quarterly baseball afternoon with their college friends. She dug her gym bag out of the closet, stuffed into her new sports stuff, and stormed out the door. The elevator had been broken for three days now, but it was only five floors to run down. Edie was about to leave the house when she realized that she had forgotten the baseball bat. Oh great! So Edie rushed back upstairs, got the bat, ran down the stairs again and sprinted toward the subway.

Looked like she’d have to give up the "coffee to go" from her favorite Italian restaurant because she was already too late to the office. Hopefully Joe had not brewed his muck again. He was a really nice boss, but about coffee brewing, he had absolutely no idea; and unfortunately the first coffee of the day was Joe's chief attention.

The day at the office was actually relatively normal. Despite a few minor computer problems, Edie managed her day's work, and she had also 'dug up' some important information for Cathy. Nevertheless, there was something very wrong with this day, the stupid remarks in the subway in terms of her baseball bat . . . and then Mr. I-have-no-idea-how-to-cook-coffee Joe."

"Uuuhuh. Edie, today, once again has traded the plowshare for a bludgeon?!" It was always the same; she would mostly like to hit the baseball bat over his head.

Closing time wasn't much better. "Attention, an important announcement: Sportswoman, Edie, is leaving the office. We remind her to avoid the lonely places in Central Park; there is an immediate danger of getting mugged!" Joe smirked across the hall.

If she now hit him with the baseball bat, he would fire her, right? Damn! Anyway, Edie had handled the bat in the office . . . so annoyed on these game days that no one had the desire to see her baseball skills in any more detail; and thus, this was the last stupid remark from Joe for today. She thought At last! and made her way into the park.

She cheerfully greeted her friends on the baseball field. The girls’ welcome, as usual, was warm; and, as always, the boys’ was really stupid. "Wow, so glaring here!", "New suit, Edie? Really hot thing!"

Edie was about short for sweeping blow with her baseball bat. The sports suit was new, yes, and orange, her favorite color. So what? Take a deep breath and just ignore the jerks, she told herself.

The teams were chosen, and the game began. What was it today that said 'something is very wrong'? Things did not work properly. Edie could not even hit the easiest balls, and to hit a home run was out of the question. The others fared even worse; it comforted Edie little. After only one hour, all gave up in exasperation. Such a very wrong day. Edie just wanted to go home, take shower, and eat something. The stupid saying she got from the boys for goodbye, she did not even hear.
 

As she got out of the subway at Battery Park and came around the corner of her apartment house, she could feel the heat on her skin; then she stopped abruptly. 'What the hell?'  In front of her apartment house were members of the police and fire departments; the road was blocked off. There was a hole in the road and a water fountain shot into the air. The police officer told Edie that actually she could go to her apartment, but for the next 1-2 hours, no water or electricity would be available . . . the broken water pipe had caused a short circuit in the electrical system. Great!

Thankfully the 'Table Green Café' in Battery Park was open and also offered snacks. As expected, the café was well-attended because of the nice weather, but Edie was able to find a free seat at a table outside.

Ok, no hot shower, and Joe's coffee was hell - now a nice big latte macchiato should fix it. A small pizza and some nice, warm tomato soup too. Edie leaned comfortably back in her seat and looked toward Liberty Island. Here from Battery Park was the most amazing view toward the Statue of Liberty. But today . . . something was very wrong. It was warm outside; but at New Jersey, the sky darkened, and it all was moving menacingly towards Manhattan. Great, hopefully the rain will not fill up my soup again. Edie thought, and it really did not take long before a big fat downpour came, almost without warning, from the clouds. Visitors to the cafes packed up their things and rushed frantically inside.

Edie, however, worried about all this no more. Today everything went wrong anyway; so she enjoyed the pounding rain and the view of the Statue of Liberty, which was now lit so wonderfully . . . peacefully and majestically demarcated against the dark sky.

The whole day had been a disaster, but this view was always breathtaking. It had been a good decision to rent the apartment at Battery Park, even if her trip to work took a little longer.
Edie paid the bill and went back to her apartment.

Meanwhile, water and electricity were working again, and she finally took the awaited hot shower. Then she put on thick, cozy socks and a bathrobe and went outside.

Edie could see the Statue of Liberty dimly through the leaves of large trees, even from her little balcony. And, as her landlord had declared, in the winter she would have a wonderful view over the snowy trees and the park across to Liberty Island – something Edie couldn't wait to see.

She went back inside and slouched on her sofa, still a little frustrated from today. Edie turned on the TV and flipped through the channels. Shortly after, she had to laugh vigorously and almost choked on her Pepsi, when she discovered the film 'Ghostbusters' on CBS - just at the best point of the film . . . the Statue of Liberty ran across New York.

Now Edie could end this messed-up day in a good mood.

 

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