Samantha's Schönster Tag
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by Cordi

 

Samantha saß traurig auf ihrem Bett, sie kriegte einfach keinen vernünftigen Ton aus dieser blöden Flöte heraus. Musste sie denn auch beim Winterfest ein Instrument spielen, konnte sie nicht stattdessen ein Gedicht vortragen oder tanzen – darin war sie viel, viel besser.

Tanzen, Ballett – das war Samanthas großer Traum. Wenn niemand zu sah, übte sie heimlich vor dem Spiegel in der Kammer oder sie schlich sich in die Große Halle. Die Musik in ihrem Kopf fing an zu spielen und sie tanzte, in ihrer Vorstellung für ein großes Publikum – so wie Lisa.

Samantha konnte sich noch gut an Lisas Besuch hier unten erinnern, sie hörte ihr damals fasziniert zu und sie fanden sogar Gelegenheit für ein paar Gespräche unter 4 Augen. Samantha hatte ihr Löcher in den Bauch gefragt – war sie deshalb einfach gegangen? Nein, Vincent hatte gesagt, Lisa sei eine wichtige Zeugin in einem Prozess und musste deshalb überraschend gehen.

Das ganze war nun schon 2 Monate her. Es war komisch, niemand sprach mehr von Lisa, es war fast so, als wäre sie nie da gewesen. Und immer wenn Samantha den Vorschlag machte auf dem Winterfest zu tanzen statt Flöte zu spielen, rastete Vater fast aus. Das verstand sie einfach nicht – Lisa hatte ihr erzählt, Vater hatte damals Ballettschuhe besorgt und Lisa später sogar die Ausbildung an der Ballettschule ermöglicht.

Sie wollte nicht im Orchester mitspielen, nein! Sie wollte nicht weiter ihre Zeit damit verschwenden dieser blöden Flöte irgendwelche Töne zu entlocken! Und wenn Vater sowieso immer das Gesicht verzog, wenn sie spielte, dann konnte er ihr nicht länger verbieten stattdessen etwas anderes zu machen. Samantha war fest entschlossen Vater ihre Meinung zu sagen, als Geoffrey hereinstürmte: "Du sollst SOFORT zu Vater kommen, Sam!"

Samantha traf in der Bibliothek auf Vater, Mary und Vincent.
"Samantha, wir müssen uns mal ganz dringend über deinen Beitrag zum Winterfest unterhalten!", Vater klang ganz schön verärgert. Jetzt oder nie! "Darüber wollte ich auch gerade mit dir reden! Ich werde nicht im Orchester mitspielen! Ich werde auch nie wieder auf dieser blöden Flöte spielen!", polterte es aus ihr heraus. Vater und Vincent lachten: "Welch Wohltat für unsere Ohren!"

Samantha war ganz verwirrt: "Du bist jetzt nicht sauer?" – "Nein.", antwortete Vater. "Wir dachten du hilfst stattdessen mir und William bei der Dekoration der Großen Halle.", ergänzte Mary. Alles besser als Flöte spielen dachte Samantha. Eigentlich wollte sie aber doch etwas anderes, also wagte sie den Vorstoß: "Ich könnte doch aber auch …", 'tanzen' hatte sie sagen wollen, aber dazu kam sie nicht. "Nein! Du hilfst Mary und damit basta!" kaum es laut und deutlich von Vater.

Das war so ungerecht, so verdammt ungerecht. Warum durfte sie nicht machen, woran sie Spaß hatte? Wütend rannte Samantha aus der Bibliothek.

Vincent hielt sie am Arm fest: "Hier, das hat ein Helfer für dich abgegeben." – Ein Päckchen … von Lisa. Sie riss es Vincent aus der Hand und rannte davon. Vater gefiel dieses Verhalten ganz und gar nicht, er wollte hinterher um mit Samantha darüber zu sprechen, doch Vincent und Mary hielten ihn zurück. "Von wem ist das Päckchen, Vincent?" – "Von Lisa!"
Vaters Gesicht verfinsterte sich, aber er sagte nichts.

 

Samantha rannte durch die Tunnel und war völlig außer Atem, als sie in der Großen Halle ankam. Hier war sie ungestört, hier würde sie niemand finden. Sie öffnete das Päckchen und las zuerst den Brief. Tränen kullerten über ihr Gesicht. Dann öffnete sie das kleinere Päckchen … Ballettschuhe, nun hatte sie ihre eigenen Ballettschuhe! Unglücklich nestelte sie an den langen Bändern der Schuhe herum aber schließlich hatte sie es geschafft. Sie tanzte durch die Halle, hopste, schwebte! Sie war so glücklich, sie hatte gar nicht bemerkt, dass Vincent sie gefunden hatte. Er lächelte vor sich hin und ging wieder.

Die Wochen bis zum Winterfest vergingen wie im Fluge. Mary und Vincent hatten einen Plan geschmiedet, damit Samantha doch tanzen konnte und Olivia würde ihr ein Kleid nähen. Jede freie Minute übte sie heimlich zu einem der Stücke die das Orchester spielte und die anderen gaben ihr Rückendeckung.

Dann war es soweit – der Tag des Winterfestes war da. Vor lauter Aufregung hatte Samantha fast vergessen Kleid und Ballettschuhe mitzunehmen. Sie hatten alle zusammen gegessen und gelacht und der erste Teil der Orchestervorführung der Kinder war auch schon vorbei.

Als der zweite Teil der Orchesterdarbietung anfing, tanzte eine aufgeregte Samantha zur Musik durch die Große Halle – wie eine richtige Ballerina! Vincent hatte im Vorfeld dafür gesorgt, dass vor dem Orchester genug Platz zum Tanzen war. Vater kochte vor Wut als er Samanthas Auftritt sah, Vincent und Mary konnten ihn nur schwer zurückhalten.
Von alledem bekam Samantha aber nichts mit – sie war in ihrem Element. Als die Vorführung beendet war, rief Vater sie energisch zu sich, doch sie starrte nur an ihm vorbei. Vater drehte sich irritiert um – zwischen Vincent und Mary stand … Lisa!

Es dauerte einen Moment bis er seine Fassung wieder gefunden hatte. "Bist, bist du mir … böse?", fragte Samantha ihn. Vater blickte lange in das Gesicht des wohl glücklichsten Mädchens an diesem Abend. "Eigentlich sollte ich das", sagte er und zu Vincent und Mary gewannt: "und euch auch!"
Dann aber machte sich ein Lächeln in seinem Gesicht breit und er drückte Samantha ganz fest an sich. "Aber nur solange du dafür nicht den Schachunterricht schwänzt!" – "Niemals Vater, wer soll dir denn sonst die ganzen Tricks beibringen." Samantha drückte ihm einen Kuss auf die Wange und verschwand mit Lisa in der Menge.

"So schlimm?", wendete Vater sich an Vincent und Mary. Die beiden konnten ihr Lachen kaum unterdrücken.

Lisa blieb ein paar Tage unten und zeigte Samantha einige besondere Ballettfiguren. Es war eine wundervolle Zeit, auch das Verhältnis zwischen Vater und Lisa war besser geworden.

Samantha war glücklich! Es war ihr allerschönstes Winterfest!

 

Samantha's Most Beautiful Day of All

by Cordi

 

Samantha sat on her bed, being sad because she could not get any sane sound out of this stupid flute. Why did she have to play an instrument at Winterfest, why couldn't she instead declaim a poem or dance – she was so much better at these things.

Dancing, Ballet – Samantha's great dream. When no one watched, she practiced in front of the mirror in her chamber or she sneaked into the Great Hall. The music began to flow into her head and she danced, in her imagination in front of a great audience – like Lisa.

Samantha remembered Lisa's visit in the tunnels very well, she listened, fascinated, to what Lisa had to tell, and they also found some private time to talk. Samantha bombarded her with questions – did Lisa go Above for that reason? No, Vincent explained that Lisa was an important witness in a trial and had to leave immediately.

All this happened two months ago. It was weird; no one said a word about Lisa. After she left, it was as if she had never been there. And every time Samantha suggested dancing instead of playing on a flute, Father freaked out. Samantha did not understand his reaction – Lisa had told her that father bought Lisa's ballet shoes and made sure later she could attend the ballet school.

Samantha won't play in that orchestra. No! She won't spend her time getting some nice sounds out of the flute, either! Every time she played, Fathers face turned into pain, so he couldn't any longer refuse her request to do something else. Samantha planned to point this out clearly, as Geoffrey ran into the chamber: "You should come to see Father right now, Sam!"

As she entered the library, Father, Mary, and Vincent waited for her. "Samantha, we must talk about your submission for Winterfest!" Father sounded angry. Now or never! she thought. "I wanted to talk about this with you too! I will not play in the orchestra! I'll never play this stupid flute again!" The words just flew out of her mouth.

Father and Vincent began to laugh: "Which benefits our ears!" they smiled.

Samantha was confused. "You're not mad at me?"

"No," Father answered.

“We had the idea that you're going to help William and me with decorating the Great Hall.", Mary finished.

It was better than playing on a flute; but Samantha wanted to do something else, so she took her chance: "Instead I could . . . dance.” The word was barely spoken before Father interrupted her.

"No! You're going to help Mary . . . end of story!"

This was so damned unfair. Why wasn't she allowed to do what she had fun with? Samantha became angry and ran out of the library.

Vincent grabbed her arm. "Wait, a helper brought this for you.  A package … from Lisa.”
Samantha pulled it out of his hands and kept running. Her behavior displeased Father, and he wanted to go after her; but Vincent and Mary held him back.

"Who send the package, Vincent?"

"Lisa!" Father's face darkened, but he said nothing.

Samantha ran through the tunnels and was completely out of breath when she arrived at the Great Hall. Here she was undisturbed; here no one would find her. She opened the package and read the letter first. Tears were rolling down her face. Then she opened the small package . . . ballet shoes . . . now she had her own ballet shoes! Clumsily she fumbled with the long ribbons of the shoes, but finally she had fixed it. She danced through the hall, hopping, hovering! She was so happy; she had not even noticed that Vincent had found her. He smiled to himself and left.

The weeks leading up to Winterfest went by very quickly. Mary and Vincent had made a plan so that Samantha could dance, and Olivia would sew her a dress. Every spare minute she practiced secretly to one of the songs the orchestra would play, and the others held her secret.

Then it was time - Winterfest was there. Out of sheer excitement, Samantha had almost forgotten to take her dress and ballet shoes. They had all sat together in the Great Hall, had eaten and laughed, and the first part of the orchestral performance of the children was already over.

As the second part of the orchestral performance began, an excited Samantha started dancing through the Great Hall - like a real ballerina! In advance. Vincent had arranged to ensure that there was enough room to dance in front of the orchestra. Father was furious when he saw Samantha's appearance, and it was difficult for Vincent and Mary to hold him back.
Samantha did not see any of it - she was in her element. When the demonstration was over, father called her vigorously, but she just stared past him. Father turned back irritated - between Vincent and Mary stood . . . Lisa!

It took a moment until he found his composure. "Are you . . . mad at me?" Samantha asked him. Father looked long at the face of probably the happiest girl of this evening. "Actually, I should be," he said and looking to Vincent and Mary, "and at you too!"
But then a smile was spreading on his face, and he hugged Samantha very tight. "As long as you're not ditching your chess lessons!"

"Never, Father. Who else would teach you all the tricks?" Samantha gave him a kiss on the cheek and disappeared with Lisa into the crowd.

"That bad?" Father asked, turning to Vincent and Mary. The two could hardly suppress their laughter.

Lisa stayed a few days Below, teaching Samantha some special ballet figures. It was a wonderful time, and the relationship between Father and Lisa had become even better.

Samantha was happy! It was the most beautiful Winterfest of all!

 

 

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